Sebastiano Toma

In den sechziger Jahren konnte man ihn öfter in der Untermaschinerie des Stadttheater Oberhausen sehen. Nicht beruflich sondern eher als Tourist in Sachen Theater und Neugier.
In den Siebzigern dann die ersten Theatererfahrungen in Italien mit dem Theatermacher und Regisseur Eugenio Barba und mit „La Linea d´Ombra“ aus Rom.

Nach einem längeren Aufenthalt in Soleto – Italien kommt er wieder nach Oberhausen, wo er der Theatergruppe „Die Schaubude“ beitritt und mit der Produktion „ Fuente Ovejuna “ durch Deutschland und Italien tourt.

Die Theatergruppe „Fliegende Bauten“ wird in den Achtzigern zu seinem Lebensinhalt. Endlich kann er Schauspieler, Autor und Bühnenbildner in einer Person sein. Mit den Fliegenden Bauten bereist er viele Jahre ganz Deutschland.

1990 veranstaltete er in Dresden mit den Fliegende Bauten  das erste Freie Theaterfestival nach der Wende. Dies sollte auch eine Wende in der Geschichte der Theatergruppe sein. 1990 beschlossen die Fliegende Bauten in Dresden auf der Elbwiese ihre Auflösung.

1991 leert er einen Karton mit alten Familienfotos auf seinen Tisch. Daraus entsteht der Kurzfilm „Antoniettas Fahrrad“ Dieser erhält den Hessischen Filmpreis. Bei den internationalen Kurzfilmtagen Oberhausen 1992 bekommt er den Publikumspreis.

In den Neuzigern wechselt er die Fronten und wird gemeinsam mit seinem Partner Matthias Kraemer Theaterproduzent. Es entstehen so die „Fliegende Bauten Produktionen“. Unter anderem wurde 1991 gemeinsam mit dem Produzenten Ueli Hirzel „Le Cirque O“ produziert. Dies gilt als die Geburtstunde des „Cirque Nouveau“. Es folgten  Veranstaltungen u.a. mit „Que Cirque“- „Coax Drifting“- „Cirque“....

Sebastiano Toma veranstaltete über 10 Jahre das Meerkabarett auf Sylt. In einem  Zirkuszelt, direkt am Flughafen, traf sich jedes Jahr die Bundesliga des Kabaretts um zwei Monate lang die Insulaner und die Gäste zu berauschen.

1993 heiratet er seine langjährige Bühnenpartnerin, die Drehbuchautorin Ruth Toma.
1994 wird Lorenzo geboren und ist die erfolgreichste Produktion überhaupt.

1999 eröffnete er in Hamburg auf dem Kiez in einem Zelt den „Platz für das Besondere“. Hier waren zu Gast u.a. Victoria Chaplin und Jean Baptiste Thierrée mit ihrem Cirque Invisible, Vieja Trova Santiaguera, Tiger Lillies Circus, Que Cirque, Balagan, Rizoma, Gustav Peter Wöhler,
Ennio Marchetto, Wim Mertens,  u.v.a.m.
 
Sebastiano Toma erdachte und inszenierte u.a. „Tiger Lillies Circus“, „Jigalov“ , Tiger Lillies Freakshow, The Time Between,  Balagan“. Letztere Produktion ist nach über 500 Vorstellungen immer noch zwischen Berlin, Athen und Macao zu sehen und wurde mit dem „Herald Engel“ auf dem Fringe Festival in  Edinburg ausgezeichnet.

2001 spielt er eine Zwangs-Gastrolle in dem Film „Solino“ von Ruth Toma unter der Regie von Fatih Akin. Ein Film, der zu über 50% sein Leben erzählt.
2003 verlässt er die Fliegenden Bauten und ist seitdem freier Produzent und Regisseur. Er betreut „Tiger LilliesFreakshow“ und „Balagan“ auf internationalen Gastspielen.

Sebastiano Toma lebt in Hamburg.


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